Red:out! KPÖ
Entstehung und Ausrichtung

Die Parteigruppe Red:out! – Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender der KPÖ entstand im Herbst 2000 aus dem Arbeitskreis "Homosexualität" des KSV Klagenfurt/Celovec.

Uns fehlten in der KPÖ konkrete Positionen zur Situation gleichgeschlechtlich l(i)ebender Menschen. Anstatt uns weiterhin mit der Behandlung lesbischwuler Themen als Nebensätze und Fußnoten der Minderheiten- und Sozialpolitik zufrieden zu geben, wollten wir unsere Anliegen selbst thematisieren und selbst aus einer marxistischer Perspektive Lösungsvorschläge erarbeiten. Die Gründung der bundesweit organisierten thematischen Parteigruppe Red:out! schuf den notwendigen organisatorischen Rahmen für unsere Arbeit. Beim Parteitag im Dezember 2000 hatten wir erstmals die Möglichkeit, auf unsere Parteigruppe und ihre Anliegen aufmerksam zu machen.

Mit der Gründung unserer Parteigruppe wollten wir die Gesamtpartei nicht aus der Verantwortung entlassen, sich mit lesbischwulen Themen zu beschäftigen. Im Gegenteil: Eine Partei, die fortschrittliche Politik gestalten will, muss auch emanzipatorischer Lesben- und Schwulenpolitik einen wichtigen Platz einräumen. Umgekehrt wollen wir uns in unserer Arbeit auch nicht nur auf die vielzitierte Gleichstellung von Lesben und Schwulen reduzieren lassen: der Ruf nach Gleichstellung allein ist uns zu wenig, fordert er doch nur nachträglich den Einschluss einer weiteren Gruppe in herrschende Strukturen und akzeptiert damit stillschweigend die bestehende Ein- und Ausschlüsse unserer Gesellschaftsordnung. Deshalb wollen wir das Eintreten für die Rechte von Lesben und Schwulen mit dem Kampf gegen patriarchale Strukturen, gegen die Diskriminierung von Frauen/Lesben, gegen eine menschenfeindliche Asylpolitik, gegen Rassismus und Antisemitismus verbinden.

Darüber hinaus ergibt sich nach unserem Politikverständnis ein weites gesellschaftspolitisches Feld für eine sexualpolitische Linke: von dem bis dato in unserer Partei stiefmütterlich behandelten Thema Sexarbeit bis hin zur Frage ob aus linker Sicht die Kategorie Geschlecht im Verhältnis BürgerInnen – Staat noch etwas zu Suchen hat.

Linke Les:bi:schwule Politik ist für uns keine enggefasste Minderheiten-„Zielgruppenpolitik“ sondern Ausgangspunkt für eine breitgefächerte emanzipatorische Politik.

Stellung der Parteigruppe in der Partei

Red:out! ist eine nach thematischen Gesichtspunkten organisierte Parteigruppe im Sinne von Punkt 5.2 des Statuts der KPÖ. Als Parteigruppe von Lesben und Schwulen (5.4. des Statuts) ist sie bundesweit organisiert und direkt dem Bundesvorstand zugeordnet.

Neben der bundesweiten Parteigruppe besteht mit Red:out! - Steiermark mittlerweile eine weitere selbständige, thematisch organisierte Parteigruppe die der Landesorganisation Steiermark zugeordnet ist.

Beschlüsse der KPÖ

Im Jahr 2004 wurden am 33. Parteitag der KPÖ folgende Anträge durch die Parteigruppe Red:out! eingebracht und beschlossen:

Am 36. Parteitag, im Oktober 2014, hat die Partei einen Antrag beschlossen sich mit Homosexualität in der Vergangenheit der KPÖ näher zu beschäftigen. Darin heißt es u.a.:

"An die humanistischen Ideen des Marxismus und die Realität des Sozialismus knüpften sich vielfältige Hoffnungen auf die gesellschaftliche Emanzipation der Homosexuellen und ein Ende der Homophobie. Eine Hoffnung, die durch die Praxis der sozialistischen Länder und die Politik der kommunistischen Parteien nicht eingelöst wurde. Homosexualität blieb ein in kommunistischen Zusammenhängen wenig beachtetes Thema. Auch die KPÖ reflektiert in ihrer Haltung sämtliche Widersprüche, die mit dem Spannungsfeld 'ArbeiterInnenbewegung und Homosexualität' verbunden sind. (...)
Erst in den 1970er und verstärkt in den 1980er Jahren wurde diese Tabuisierung aufgeweicht. Der Kampf gegen die Diskriminierung von Homosexuellen wurde in weiterer Folge als Bestandteil des Kampfes um mehr demokratische Rechte erkannt, wobei zunächst noch eine gewisse Distanz zur Emanzipationsbewegung der Homosexuellen kennzeichnend blieb. Seit ca. 15 Jahren ist die Parteigruppe red:out (Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender der KPÖ) darum bemüht, lesbischwule Themen breiter in der Partei zu verankern."

Letzte Änderung: Sonntag, 9. November 2014 @ 11:44|Angezeigt: 20,928 Druckfähige Version anzeigen

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